Sven P (Administrator) #1
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Subject: 23.01.2010: Freiburg: Bundesweite Demo "Bundeswehr raus aus Klassenzimmern"
Am 23.01.2010 um 15 Uhr findet am Platz der alten Synagoge in Freiburg eine bundesweite Demo zum Thema "Bundeswehr raus aus Klassenzimmern" statt.

Mehr Infos: http://www.bildungsstreik2009-freiburg.de/2010/01/bundeswe…

Wie auch im letzten Beitrag gilt: Dies gilt nur der Information, und spiegelt nicht unbedingt meine persönliche Meinung wieder.
Hat jemand AK Schnuckelchen gesehen?
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t.animal (Administrator) #2
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Ich kann das nicht unbedingt schlecht heißen, wenn die Bundeswehr informiert. Es ist dann schlecht, wenn die von der BW dargestellten Meinungen dann nicht kritisch im Unterricht hinterfragt werden. Aber eine totale Ausblendung der Realität wie sie bei uns an der Schule bspw praktiziert wurde ist mindestens genauso schlecht. Just my 50 Cents.
Hängt ihn höher!
harsch #3
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wie krass ist das denn bitte????

meine fresse, ist das ein heftiges abkommen. was kommt als nächstes in bawü? wendelin wiedeking erklärt im fach wirtschaft, wie man an der börse spekuliert?

boah bin ich sauer, das gibts gar nicht.


merci für die info sven!


@tilman: ich würde dir evtl. recht geben, wenn es darum ginge, den 13. bzw. bald 12. klässlern zu erklären, was beim grundwehrdienst gemacht wird bzw. was die schüler nach ihrem abi dort erwartet. aber über die themen, wie sie dort angegeben sind, soll doch bitte ein lehrer unterrichten, aber nicht die bundeswehr.
Arnold #4
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Die Bundeswehr hat nicht an die Schulen zu gehen, ebenso wenig wie sie an der Uni nichts verloren hat. Ziel solcher Aktionen ist zum einen gute PR, zum anderen die Vermittlung eigener Interessen ("Dabei sollen besonders im Rahmen der politischen Bildung Themen wie innere und äußere Sicherheit und „nationale Interessen“ stärker in den Fokus gerückt werden."). Was die "nationalen Interessen" sind, sieht man an Angriffskriegen wie in Afghanistan oder der Unterstützung der US-Streitkräfte während des Irakkrieges.

Die Bundeswehr ist längst keine Verteidigungsinstitution mehr, sondern rüstet sich für Angriffskriege - nicht nur materiell, sondern auch durch bevölkerungsnahe Veranstaltungen. Wie der "Kampf an der Heimatfront" funktioniert, kann bei Interesse hier nachgelesen werden:
http://www.imi-online.de/download/glasser2009dr.pdf
zwerch #5
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Subject: zu kurz gegriffen
mal wieder finde ich die idee gut, aber weitaus zu kurz gegriffen. denn momentan ist es nur rein logisch, dass die bundeswehr als staatliches ding an schulen gehen kann, um leute anzuwerben, mit ihren tatsächlich guten und günstigen ausbildungsmöglichkeiten für finanziell schwächer gestellte jugendliche. wieso sollen die das nicht? (dumpfbackenrhetorischefrage, sry...)

ABER: die demo soll (u wird das sicherlich auch) die bundeswehr als institution in frage stellen. warum gibt es die noch? es gibt tausend andere möglichkeiten + die beste, sie abzuschaffen (natürlich nach u nach, aber als ziel)? solang sie als staatliche einrichtung fungiert, braucht sie nicht raus aus den schulen, man muss grundlegender ansetzen! das ist der eigentliche und grundlegende gedanke dabei. wieviel geld hätten wir dann? (unter anderem für die bildung...)

ates
Moritz M. (Administrator) #6
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Was zur Hölle!

Nach dem Lesen dieser Information kann ich auch nur sagen: Was soll die Scheiße?!
Tolles "Kultusministerium"...
<Ironie>Unabhängig und neutral vermittelte Bildung ist veraltet, die Köpfe der zu prägenden Kinder zu gewinnen sollte direkt Gruppen mit Eigeninteresse ermöglicht werden. Die Hemmschwellen zur frühzeitigen Rekrutierung und Beeinflussung müssen herabgesetzt werden. Es werden mehr junge, willige Freiwillige benötigt, die ansonsten vielleicht eh nur der Gesellschaft zur Last fallen würden.</Ironie>

Öffentlichkeit und Transparenz der Bundeswehr finde ich gut, dazu ja auch der Gedanke der Bürgerarmee und Wehrpflicht für alle. Aber diese Kooperation in den Schulen ist absolut der falsche Weg!

Ich bin schon für eine Armee zur reinen Verteidigung, aber lasst Euch mal dieses schreckliche Zitat auf der Zunge zergehen bzw. eher unsere Grundordnung daran ersticken: Aus dem Artikel der Bundeswehr-Homepage zum Kooperationsvertrag, über das, was die Jugendoffiziere vermitteln: "den Wandel der Bundeswehr von einer Armee der Landesverteidigung, hin zu einer Armee im Einsatz".
Die haben komplett den Verstand verloren!

Im Kontext von Diskussionen über Einsatz der Bundeswehr auch im Inneren, Einrichtung des Bundeswehrdenkmals, Fernsehwerbung für die Bundeswehr ("Bundeswehr - Karriere mit Zukunft") macht mir die schleichende Militarisierung der Gesellschaft langsam wirklich Angst!

Danke @ Sven P für die Info.
Falls jemand zur Demo fährt, schreibts bitte hier rein!

Hier noch was lustiges, irrelevantes (Art. 26 Grundgesetz):
Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Interesting idea:
Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Arnold #7
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Die Bundeswehr soll noch viel mehr als nur Angriffskriege führen (ja, auch von offizieller Seite aus!).

Eines der aktuellen Ziele, für das auch PR gemacht wird, ist der erlaubte Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Das wurde 2006 offiziell von der Bundeswehr im "Weißbuch Bundeswehr" öffentlich gemacht:
http://www.tagesschau.de/inland/meldung92128.html

Außerdem gibt es schon seit längerem sowohl in NATO als auch in der Bundeswehr eine Umorientierung. So soll nicht nur "Terrorismus bekämpft" (wie auch immer das mit Bomben funktionieren soll) werden, sondern es soll auch die Möglichkeit geben, die Armee zur Ressourcensicherung einzusetzen.

Und zum Begriff der "Sicherheitspolitik" kann man sich ja auch mal Gedanken machen, mir macht diese nämlich eher Angst, genau wie das Totschlagargument des "Terrorismus".
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